Herzlich willkommen beim Ursulinengymnasium Werl

"Miteinander · Leben · Entdecken"

Im Rahmen des Programms Weltwärts ist der ehemalige UG-Schüler Robert Renner als Freiwilliger für ein Jahr in Mosambik. In einer Email berichtet er von seinen ersten Eindrücken vor Ort.

Liebe Freunde,
liebe Spender,
liebe Leser,

ein Bild sagt mehr als tausend Worte, was aber wenn ich tausend Bilder sehe?

Laut der mathematischen Rechnung hätten wir dann mehr 1.000.000 Worte.

1.000.000 Worte, ganz schön viel, oder?
Vielleicht sind es nicht ganz so viele, aber annähernd so viele würde ich brauchen um all die fantastischen, prägsamem , abstrusen und abenteuerlichen Dinge zu beschreiben, die ich allein in den vergangenen 3 Wochen erlebt habe. Gleichzeitig ist dieser Versuch alles bis ins kleinste zu beschreiben, ein Ding der Unmöglichkeit, so möchte ich Ihnen heute in meiner ersten Rundmail aus Mosambik nur einige Eindrücke meiner Anreise schildern.

Wie die meisten von Ihnen wissen, ging es für mich am 28.07 pünktlich um 22:15 Uhr ab Frankfurt los, nach einem zwischen Stop in Johannesburg sind wir um ca 14 Uhr in Nampula/Mosambik gelandet. Nach dem äußerst angenehmen Lufthansa Flug von Frankfurt nach Johannesburg war unserer Anschlussflug schon ein erstes aufregendes Abenteuer, so gab es in der kleinen Maschine ca 25 Sitzplätze von denen nicht mehr als 15 mit Fluggästen belegt waren, zusätzlich natürlich noch eine Stewardess und der Kapitän.
Schon beim Landeanflug konnten wir die Schönheit dieser Landschaft erahnen, Felsen, unsagbar weites Land und neben der verhältnismäßig großen Stadt Nampula nur Busch und Steppe.
Nun angekommen und sämtliche Kontrollen hinter uns gelassen trafen wir am Ausgang auf Irma Leila (Schwester Leila) die im nächsten Jahr für uns zuständig sein sollte. Unsere Begrüßung war jedoch weniger herzlich da sich Währenddessen schon mehrere Mosambikaner an unseren Koffern zu schaffen machten, doch Leila erkannte die Situation sehr schnell und ließ 2 ihrer Helfer kommen, die unsere Sachen sofort in Sicherheit brachten und schließlich auf dem Jeep verstauten.
Am Auto angekommen viel mir schnell auf, dass wir mehr Personen waren als es Sitzplätze gab , doch dieses scheinbare Problem hatte zur Lösung, dass Klaus (mein Mitfreiwilliger) und ich auf der Ladefläche transportiert wurden, welch ein Abenteuer.
Nachdem wir die Koffer bei einem befreundeten Kloster untergebracht hatten ging es weiter auf Besorgungstour, schließlich ist man nicht so oft in Nampula. Wir kauften mit Leila insgesamt 11 Matratzen, 5 große Eimer, 2 Stromgeneratoren und schier unglaublich viel zu essen, wohl bemerkt : all dies wurde immer noch mit dem einen Jeep transportiert, der eigentlich schon zu wenig Sitzplätze bot.
Doch die afrikanische Gelassenheit und Spontanität machte auch das möglich.

Schließlich kehrten wir abends ziemlich ausgelaugt und überfordert von all den Eindrücken bei den befreundeten Schwestern ein, um dort eine Nacht zu übernachten bevor es dann am nächsten Tag nach Metarika, unserem eigentlichen Ziel, gehen sollte.
Wir hatten abends abgemacht das wir morgens um 4 Uhr aufbrechen würden, als wir jungs dann pünktlich um 4 zur Abfahrt bereit waren, erfuhren wir, dass Anna (eine meiner 3 Mitfreiwilligen) nachts einen schweren Asthma Anfall hatte und sofort am nächsten Tag zurück nach Deutschland müsse. So verbrachten wir Jungs, verwirrt und geschockt von dieser Nachricht den Rest der Nacht draußen und Anna verließ Afrika nach nicht einmal 24 Stunden wieder Richtung Deutschland.
Nachdem Anna abgereist war machten wir uns schließlich mittags auf den weg nach Metarika.
Die Fahrt war schier unglaublich. Wir fuhren 7 Stunden durch die schönsten Gegenden Mosambiks auf der Ladefläche eines alten Jeeps, hinter uns rannten winkende Kinder her und jeder grüßte uns freundlich.
Wir fuhren über Sandpisten, Stein, teils geteerte Straßen und das nie langsamer als mit 70 kmh. Der Wahnsinn!
Ich war tatsächlich in Afrika!

Nach dieser spannenden Fahrt in Metarika angekommen erwarteten uns bereits am Tor die jungen Schwestern mit lauten Gesängen und Sprechchören , es war ein tolles Gefühl so anzukommen.
Schließlich erhielten wir unsere Zimmer. Luisa ihres direkt am Kloster und Klaus und ich etwas versteckt und weiter weg bei den Tieren , aber mit Bad, Küche und Esszimmer, aber freuen sie sich nicht zu früh all das bedeutet hier etwas anderes als in Deutschland.
Am Sonntag wurden wir in der heiligen Messe der Gemeinde vorgestellt und herzlich empfangen. Nach 2 Tagen des ankommens hatten wir dann auch schon unseren ersten Tag in der Escolinha, der Vorschule, in der wir je Vormittags und Nachmittags ca 3 1/2 Stunden mit im Unterricht sind und die Titios (Lehrer) unterstützen, bevor wir dann selbst irgendwann den Unterricht machen.
Die Arbeit in der Vorschule bereitet mir viel Freude und die Kinder in ihren Schuluniformen sind ausgesprochen süß. Wir als große weiße sind natürlich das größte Abenteuer für die Kinder , jeder will uns anfassen, berühren mit uns spielen unsere Hände halten oder uns auch mal ärgern , aber auch das gehört bei Kindern ja dazu.
Auf jeden Fall sind wir mehr als beliebt, das fühlt sich gut an und gibt einem das Gefühl hier richtig zu sein. Die Kinder haben neben 2 Stunden praktischem Unterricht am Tag auch eine Zeit zum essen und viel Zeit zum spielen, toben und laufen, denn all das sind Dinge für die Zuhause keine Zeit ist.

Momentan sind allerdings 2 Wochen Ferien und in dieser Zeit bringen wir den jungen Schwestern deutsch bei , was eben so viel Spaß bereitet, besonders wenn es darum geht die Buchstaben Ä Ü Ö beizubringen oder das TATÜTATA auszusprechen. Außerdem kümmere ich mich jetzt auch um den Gemüsegarten, was mir von Zuhause natürlich nicht ganz fremd ist.

So lässt sich zusammenfassen: Mir geht es gut, ich lebe mich Tag für Tag mehr ein und fühle mich schon fast ein bisschen Zuhause hier nirgendwo in Afrika.

Zu den Spenden:
Letztlich darf ich mich bei Ihnen und Euch allen sehr für die Hilfsbereitschaft bedanken die mir vor der Abreise und auch jetzt noch entgegen gebracht wird. Egal ob materiell oder emotional ohne die vielen helfenden Hände hätte ich vieles nicht so gut geschafft.
So möchte ich mich ganz ausdrücklich für die große Spendenbereitschaft bedanken. Mit ihrer und eurer Hilfe konnte ich mehr als 1600€ für die Präsensbibliothek hier in der Schule sammeln. Davon stammen ca 1200 € vom Spendenabend und weiteres Geld von privaten Spendern.
Einen weiteren großen Betrag konnte ich an die Schwestern hier in Deutschland überweisen, die uns bezahlen und für uns die Kosten des Visums und des Flugs usw tragen. An dieser Stelle auch ein Dank an die Kolpingsfamilie die zu diesem tollen Ergebnis beigetragen hat.
DANKE UND OBRIGADO
Die Spenden für die Bibliothek sind mittlerweile in Metarika angekommen und werden nun Stück für Stück umgesetzt und realisiert. Da viele Sachen jedoch von weit her angeschafft werden müssen wird es noch etwas dauern bis ich ihnen Fotos schicken kann. Doch ich verspreche ihnen sie werden kommen.

So grüße ich sie alle herzlich mit einem "bom dia" und sie hören bald von mir

Ihr
Robert Renner

PS.: Leider habe ich hier eine sehr schlechte Internet Verbindung und kann deshalb nich allzu oft schreiben oder Fotos schicken, aber ich versuche es so oft wie möglich und will auch gerne auf Mails antworten soweit es die Zeit und die Verbindung zu lässt.

 

02922 5017

Schlossstr. 3-5, 59457 Werl

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